
Patrick Jonathan Derilus
Die Sinnlosigkeit staatlich sanktionierter Anklagen weißer Supremacisten gegen schwarze Fraktionen und Banden
Auszug aus Muntjac #2: Aufstand und Aufstandsbekämpfung
Obwohl ich es nicht gutheißen kann, war ein Großteil der Gewalt, die ich meinen Gang-Rivalen und anderen Schwarzen antat, ein unbewusster Ausdruck meiner Frustration über Armut, Rassismus, Polizeibrutalität und andere systemische Ungerechtigkeiten, denen die Bewohner städtischer schwarzer Siedlungen wie South Central Los Angeles regelmäßig ausgesetzt waren. Ich war frustriert, weil ich mich gefangen fühlte. Ich verinnerlichte die defätistische Rhetorik, die in meiner Nachbarschaft als Straßenweisheit propagiert wurde, dass es nur drei Wege aus South Central gäbe: Migration, Tod oder Inhaftierung. Ich fand eine vierte Option: Tod im Gefängnis.
Stanley Tookie Williams, Blue Rage, Black Redemption: A Memoir
Es sollte klargestellt werden, dass, selbst wenn es keine kritische Beobachtung der Phänomene gab, in unserer, um es mit den Worten von bell hooks zu sagen, „imperialistischen, kolonialistischen, weißen supremacistischen, kapitalistischen, cisheteropatriarchalen Gesellschaft“, schwarze Menschen (aller Altersgruppen und Geschlechtsidentitäten) durch Überwachung, Belästigung, Anstiftung und so weiter unaufhörlicher Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt sind. Mit Blick auf von Schwarzen geführte Organisationen, Fraktionen, Kollektive und in diesem Fall insbesondere schwarze Banden gibt es zweifellos einen Aufschrei der weißen Vorherrschaft von Rassisten (in den Medien oder anderswo), die diese Gemeinschaften als Bedrohung für den Status quo ansehen.
Scheiß auf Respektabilitätspolitik und scheiß auf Höflichkeit, und das heißt – unabhängig vom Ziel eines schwarzen Kollektivs, sei es politisch so weit links wie die Black Guerilla Family (BGF), eine Black-Power-Gruppe, die ihren Ursprung im San Quentin State Prison hat und 1966 von George Jackson gegründet wurde, oder politisch rechts der Mitte wie die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), gegründet von Ida B. Wells, W.E.B. Du Bois und mehreren anderen Mitgliedern im Jahr 1909 – wir sind letztendlich niggas an Ende des Tages.
Es geht hier nicht darum, Argumente für die Bedeutung dieser Aussage vorzubringen, sondern vielmehr um das soziohistorische Ergebnis des Wandels, der sich zweifellos einstellt, wenn Schwarze Menschen lange dafür gekämpft haben: die Befreiung der Schwarzen. Schwarze Geschichte ist Alltag. Die schwarze Geschichte selbst ist eine Chronik des Widerstands, der Zusammengehörigkeit, der ungezügelten Freude, der Solidarität, der Gemeinsamkeit, des gerechten Aufstands, der Gegenseitigkeit, der Liebe – insbesondere der Dringlichkeit der Selbstverteidigung der Schwarzen gegen den weißen supremacistischen Polizeistaat.
Lasst uns auch hervorheben, dass wir trotz dieser Elemente die faschistischen Entitäten der Siedler identifizieren, die für die vielen Todesfälle, internen Machtkämpfe, Verschwörungen und die anhaltende Destabilisierung von Bewegungen, Organisationen und bis heute auch Banden unter schwarzer Führung verantwortlich sind. Vor den Black Panthers – und dem, was viele von uns heute als Crips und Bloods kennen – gab es einige ihrer historischen Vorgänger, The Slausons, The Businessmen und The Gladiators, von Schwarzen geführte Banden, die in den 1940er Jahren in Los Angeles entstanden sind. In der Dokumentation „Bastards Of The Party” skizziert der ehemalige Blood und Historiker Cle Sloan die Geschichte der Bildung schwarzer Fraktionen in Kalifornien in den 1950er bis 1990er Jahren. Die soziopolitische Funktion dieser Gangs war eine direkte Reaktion auf weiße supremacistische Gangs wie die Spook Hunters, die aufgrund der damals wachsenden schwarzen Bevölkerung regelmäßig schwarze Menschen terrorisierten– der sogenannte „White Flight“. Tatsächlich entstand eine bedeutende Anzahl schwarzer Fraktionen als Reaktion auf die Gewalt weißer Siedler in den späten 1940er Jahren – obwohl die Bildung schwarzer Gangs in den Vereinigten Staaten bis in die 1920er Jahre zurückverfolgt werden kann. In dem Artikel „Black Street Gangs in Los Angeles: A History (Auszüge aus Territoriality Among African American Street Gangs in Los Angeles)” schreibt Alex A. Alonso:
Die erste große Ära der schwarzen Banden in Los Angeles begann Ende der 1940er Jahre und endete 1965. Vor dieser Zeit gab es zwar bereits schwarze Banden in Los Angeles, doch waren diese zahlenmäßig gering und über ihre Aktivitäten ist wenig bekannt. Einige der schwarzen Gruppen, die in den späten 1920er und 1930er Jahren in Los Angeles existierten, waren die Boozies, Goodlows, Blogettes, Kelleys und die Driver Brothers. Die meisten dieser Gruppen waren familienorientiert und bezeichneten sich selbst als Clubs.
Ein Beispiel dafür ist der Gründer von Kwanzaa, Ron Karenga, der in den 1960er und 70er Jahren nicht nur ein gewalttätiger, selbsthassender Frauenfeind war, der für die Entführung und Folterung schwarzer Frauen verantwortlich war, sondern auch ein Agent des faschistischen COINTELPRO von J. Edgar Hoover, der die internen Streitigkeiten zwischen den Black Panthers und der US Organization (konkurrierende schwarze Gruppe, d.Ü.) schürte. In der Folge kam es zur Ermordung von vier Mitgliedern der Black Panthers, deren Namen John Huggins, Sylvester Bell, Alprentice „Bunchy“ Carter und John Savage lauteten:
Laut Louis Tackwood, einem ehemaligen Informanten der Abteilung für kriminelle Verschwörungen der Polizei von Los Angeles und Autor von The Glass House Tapes, wurde Ronald Karenga wissentlich von Tackwood, einem Verbindungsmann der Polizei von Los Angeles für US-Operationen gegen die Black Panthers, finanziell und materiell unterstützt. Am 17. Januar 1969 endete eine Schießerei zwischen den Gruppen auf dem Campus der UCLA mit der Ermordung von zwei Black Panthers: John Huggins und Alprentice „Bunchy“ Carter.
Dieser Vorfall führte zu einer Reihe von Vergeltungsschießereien, die monatelang andauerten. Später im Jahr 1969 wurden zwei weitere Mitglieder der Black Panthers getötet und ein weiteres von Mitgliedern der „US“ verletzt. Die Panthers bezeichneten die Organisation „US” als „United Slaves”.
Etwa zur gleichen Zeit, als die Black-Power-Bewegung an Dynamik gewann, gab es in den späten 1960er und 1970er Jahren die Gangster Disciples, eine von Larry Hoover gegründete, von Schwarzen geführte Gruppierung mit Sitz in Chicago. Die von David Barksdale gegründeten Black Disciples waren ebenfalls eine schwarze Fraktion mit Sitz in Chicago, die an der Basis entstanden war und Projekte wie das kostenlose Frühstücksprogramm für die Gemeinde organisierte und 1966 gemeinsam mit Martin Luther King Jr. marschierte. Bevor die Black Disciples (BDs) und Gangster Disciples (GDs) getrennte Fraktionen waren, bildeten sie eine Allianz namens Black Gangster Disciple Nation (BGDN).
Obwohl die BGDN seit Ende der 1980er Jahre zerfallen ist, können wir dies in einen breiteren Diskurs darüber kontextualisieren, wie das schwarze Lumpenproletariat Solidarität untereinander gezeigt hat – obwohl es klare politische und ideologische Widersprüche im schwarzen Lumpenproletariat gibt, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen, wie z. B.: Transphobie/Misogynie, Colorismus, interne Machtkämpfe, Ableismus, Sanismus, Queerphobie/Misogynie – Mangel an gründlicher konstruktiver Kritik untereinander und Verrat an den schwarzen Massen aufgrund kapitalistischer Interessen.
Als Beispiel seien die Pioniere des Brooklyn Drill, Sheff G und Sleepy Hallow, genannt, deren Musik und Texte den Krieg gegen benachbarte Fraktionen im gesamten Stadtteil widerspiegelten und eine übertriebene Prahlerei – Misogynoir – an den Tag legten, die die rassistische und wirtschaftliche Notlage schwarzer Jugendlicher in den zunehmend gentrifizierten Straßen Brooklyns zum Ausdruck brachte. Diese haben sich nun mit dem zionistischen Milliardär, White Supremacist und Völkermörder Donald Trump verbündet, den sie verherrlicht haben – und dem Sleepy Hallow beipflichtete, nachdem Sheff G seine Unterstützung für Trump mit dessen faschistischem Slogan ‚Make America Great Again‘ bekräftigt hatte.
Aufgrund ‘innerrassischer’ Konflikte zwischen Hoover, Barksdale und anderen benachbarten Fraktionen, die sich wegen Territorium und Bekanntheit bekämpften und gegenseitig töteten, trafen sich die beiden Anführer zu einer Konferenz, die bald zur Vereinigung der BDs und GDs führte:
Im Juni 1969 hatte Larry Hoover genug von den Stones und beriet sich stattdessen mit David Barksdale. Larry Hoovers Bündnis mit Jeff Fort, das einige Monate lang bestanden hatte, war zerbrochen, und nun traf sich Hoover mit David Barksdale. Die beiden Gruppen gründeten ein Bündnis mit dem Namen Black Gangster Disciple Nation. Die Black Gangster Disciple Nation bestand aus der Gangster Nation, also den Supreme Gangsters und ihren Gangster-Verbündeten, die von Larry Hoover angeführt wurden. Die Disciples waren nun als „Black Disciples” bekannt, und dies war das Bündnis aller Disciple-Gangs unter der Führung von David Barksdale.
Stanley Tookie Williams, der 1971 zusammen mit Raymond Washington die Crips mitbegründete, schuf die Grundlage dafür, dass sich die Schwarzen in Los Angeles gegen ihre Nachbarn verteidigen konnten. In ähnlicher Weise wurden die Bloods, gegründet von Sylvester Scott, später als direkte Antwort auf die Crips ins Leben gerufen. Im Gegensatz dazu gibt es bemerkenswerte Momente in der Geschichte der Schwarzen, in denen sich die Bloods und Crips trotz ihrer erbitterten Rivalität solidarisch zusammengeschlossen haben, um gegen staatlich sanktionierte Polizeigewalt gegen Schwarze zu protestieren. In Anlehnung an George Jackson in seinem Buch „Soledad Brother: The Prison Letters of George Jackson“:
Beendet eure Streitigkeiten, kommt zusammen, begreift die Realität unserer Situation, begreift, dass der Faschismus bereits da ist, dass Menschen sterben, die gerettet werden könnten, dass weitere Generationen ein armseliges, verkümmertes Dasein fristen werden, wenn ihr nicht handelt. Tut, was getan werden muss, entdeckt eure Menschlichkeit und eure Liebe in der Revolution.
Wir heben Beispiele für kollektive Proteste in Atlanta hervor, die Einheit der rivalisierenden Banden Bloods und Crips nach der Misshandlung von Rodney King in Los Angeles im Jahr 1992, die Einheit zwischen Bloods, Crips und der Nation of Islam in Baltimore, die sich zu Ehren und aus gerechtem Rachegefühl gegen den staatlich sanktionierten Mord an Freddie Gray zusammengeschlossen haben, und einen Friedensmarsch in der Bronx, der von rivalisierenden Gangs angeführt wurde, die durch den widerrechtlichen Mord an Nipsey Hussle inspiriert waren.
Wenn wir die Aufmerksamkeit weiter auf die Geschichte der staatlichen Gewalt gegen Schwarze in den USA und auf der ganzen Welt lenken, verstehen wir, dass Überwachung und insbesondere Anklagen, willkürliche Anschuldigungen oder Vorwürfe von Straftaten für uns kein neues Konzept sind. Schwarz zu sein ist in dieser Welt an sich schon ein Verbrechen. In dem Artikel „Black is Crime: Notes on Blaqillegalism” schreibt der Autor Dubian Ade:
Was für ein Verbrechen es ist, schwarz zu sein. Dass die Polizei gerufen wird, wenn man in einem Restaurant sitzt, beim Grillen, beim Verkauf von Wasser, beim Besuch des Schwimmbads, beim Mittagsschlaf, beim Stehen an der Straßenecke; dass man schwarz ist und allein durch die Anwesenheit seines eigenen Körpers gegen das Gesetz verstößt und jederzeit damit rechnen muss, dass ein Polizist einen zu Boden wirft und wegen Widerstandes gegen die Festnahme in Handschellen legt, das heißt, einen ohne jeden Grund festnimmt. Schwarzsein impliziert, dass ein Gesetz gebrochen wurde oder wird und auch in Zukunft gebrochen werden wird. Es ist die Farbe und das Zeichen krimineller Aktivitäten unter dem weißen supremacistischen Kapitalismus, das dazu dient, die Masseninhaftierung und außergerichtliche Ermordung von Schwarzen im Großen und Ganzen zu rechtfertigen.
Aber wo liegen die Ursprünge dieser angespannten Beziehung zwischen Schwarzsein und dem Gesetz? In welcher Weise wird die Kriminalisierung von Schwarzen durch den Staat konstituiert? Und wenn Schwarzsein in den Augen des Gesetzes bereits kriminalisiert ist, was sind dann die Merkmale bereits existierender illegaler Formen von Schwarzsein und wie könnten die theoretischen Konturen eines prinzipiellen und vor allem revolutionären Schwarz-Illegalismus (Blaqillegalismus) aussehen?
Mit Blick auf dieses Konzept des Blaqillegismus und der schwarzen Kriminalität formuliert Huey P. Newton, dass die Frage der Freiheit im Kontext der Schwarzheit in ihrer Gesamtheit eine ontologische ist:…
…die Existenz ist gewalttätig; ich existiere, also bin ich in dieser Hinsicht gewalttätig.
Huey P. Newton, On Revolution
Der Staat kennt keine Gnade gegenüber rassistisch diskriminierten Gefangenen. Um nur einige zu nennen: Mutulu Shakur, Stiefvater von Tupac Amaru Shakur und Mitglied der Black Liberation Army, wurde erst im Dezember letzten Jahres nach 60 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen; im April wurde ihm mitgeteilt, dass er aufgrund einer Krebserkrankung im Endstadium nur noch wenige Monate zu leben hat. Ein weiterer Fall ist Marshall „Eddie“ Conway, ein Ältester der Black Panther Party, der wegen Selbstverteidigung zu einer Haftstrafe von 43 Jahren bis lebenslänglich verurteilt wurde.
Betrachten Sie den Fall von Tay-K, der zum Zeitpunkt seiner Anklage 19 Jahre alt war und zu 55 Jahren Haft verurteilt wurde. Der 23-jährige YNW Melly, der angeklagt wurde und dem die Todesstrafe droht. Schauen Sie sich die unrechtmäßigen Anklagen gegen YSL und Young Thug und Gunna – Sheff G, Sleepy Hallow – Woos and the Choos, The YGz und Drilly an und nun den 19-jährigen Kay Flock, der gerade angeklagt wurde, wobei die Todesstrafe als mögliche Strafe aufgeführt ist.
Ich wiederhole: die Todesstrafe.
Von wo sonst kennen wir die unmenschlichen Urteile gegen junge schwarze und braune Kinder und Jugendliche in ganz AmeriKKKa?
Erinnern wir uns an die unrechtmäßige Verurteilung des 14-jährigen George Stinney im Jahr 1944, den der Staat wegen des angeblichen Mordes an zwei weißen Mädchen auf dem elektrischen Stuhl hinrichtete. Der Staat – die weiße Zivilgesellschaft – und seine Juniorpartner vergleichen sich mit Helden und initiieren anschließend Rituale mittels chauvinistischer Propaganda, mit denen sie uns anklagen – egal, ob wir Teil einer Fraktion, einer Gang oder was auch immer sind –, indem sie die von den westlichen Medien verbreiteten faschistischen Argumente der weißen Supremacisten wiederkäuen. Folglich kann dieses Muster, das Menschen entwickeln und annehmen, nicht reduktiv als eine Form des sogenannten „rassistischen Hasses” beschrieben werden, sondern, wie Frank B. Wilderson III in seinen Memoiren Afropessimism formuliert, sind diese Anklagen gegen uns – grundlos, und so finden Weiße und ihre Juniorpartner – Nicht-Schwarze – Nahrung im Konsum und in der Vernichtung unseres schwarzen Fleisches. Wilderson stellt fest:
Warum ist Gewalt gegen Schwarze keine Form von rassistischem Hass, sondern das Genom der menschlichen Erneuerung; ein therapeutischer Balsam, den die Menschheit braucht, um sich selbst zu erkennen und zu heilen? Warum muss die Welt diese Gewalt, diesen sozialen Tod reproduzieren, damit das soziale Leben die Menschen regenerieren und sie vor der Katastrophe der psychischen Inkohärenz – der Abwesenheit – bewahren kann? Warum muss die Welt ihre Nahrung im schwarzen Fleisch finden?
Solange es anti-schwarzes Leiden gibt, das die unethische Formation der Welt zusammenhält, wird es für schwarze Menschen niemals einen transformativen Ausweg geben, bis wir diesem Maschinerie ein Ende setzen.
Ebenso ist es viel zu vereinfachend (und victim-blaming), Gegenargumente zu der materiellen Realität vorzubringen, der schwarze Kinder und Erwachsene ständig ausgesetzt sind. Mit Malcolm X‘ Binsenweisheit „mit allen notwendigen Mitteln” im Hinterkopf bleibt vielen Schwarzen oft keine andere Wahl, als sich in dieser kolonialistischen, von weißer Vorherrschaft geprägten Welt so gut wie möglich zurechtzufinden, um nicht nur uns selbst und unsere Gemeinschaften gegen die Machtstruktur der weißen Vorherrschaft zu verteidigen, sondern auch unter ihr zu überleben. Die schwarze Feministin und Wissenschaftlerin bell hooks hebt in ihrem Text „We Real Cool: Black Men and Masculinity“ die Zwei-Seiten-Medialität dieses rassischen, sozio-existentiellen Dilemmas hervor:
In der heutigen Welt teilen die meisten aufstiegsorientierten, gebildeten schwarzen Männer aus privilegierten Verhältnissen mit ihren armen und unterprivilegierten Geschlechtsgenossen die Besessenheit, dass Geld ein Zeichen für erfolgreiche Männlichkeit ist. Sie sind genauso leicht zu korrumpieren wie ihre entrechteten Brüder, wenn nicht sogar noch leichter, da die finanziellen Einsätze und die Belohnungen in ihrer Mainstream-Arbeitswelt höher sind… assimilierte schwarze Männer, die sich mit „Weißen identifizieren”, finden es leichter, sich launischen, arroganten weißen Männern (und weißen Chefinnen) am Arbeitsplatz zu unterwerfen. Die meisten schwarzen Männer leiden jedoch psychisch in der Arbeitswelt, unabhängig davon, ob sie viel Geld verdienen oder niedrige Löhne beziehen, aufgrund von offenem und verdecktem rassistisch motiviertem psychologischem Terrorismus.
hooks fährt fort:
Junge, schöne, brillante, militante Männer der Black-Power-Bewegung waren die ersten schwarzen Linken, die lautstark die Übel des Kapitalismus anprangerten. Dabei entlarvten sie die Lohnsklaverei und nannten sie beim Namen. Letztendlich brauchte ein schwarzer Mann jedoch Geld zum Leben. Wenn er es nicht durch Arbeit für den (weißen) Mann verdienen konnte, musste er es sich von seinen eigenen Leuten erschleichen. Die militanten Black-Power-Aktivisten, die von Dr. King und Malcolm X gelernt hatten, wie man die Wahrheit über den kapitalistischen Materialismus aufzeigt, identifizierten dies als Gangsta-Kultur. Patriarchale Mannhaftigkeit war die Theorie, und Gangsta-Kultur war ihre ultimative Praxis. Kein Wunder also, dass schwarze Männer jeden Alters, die nach protestantischer Arbeitsethik leben und sich der rassistischen weißen Welt unterwerfen, die niederträchtigen Gauner in den schwarzen Gemeinden beneiden, die keine Sklaven der weißen Macht sind.
Die inhärente Sinnlosigkeit der Inhaftierung – der Inhaftierung schwarzer Kinder und schwarzer Menschen – besteht darin, Geld von Bundesstaat zu Bundesstaat zu transferieren und die Mittel für den Bau transformativer Rehabilitationszentren im ganzen Land zu verwenden, ähnlich wie beim Success Stories Program. Wie in ihrer Leitbild- und Werteerklärung dargelegt, liegt der Schwerpunkt des Success Stories Program auf Folgendem:
Unsere Mission ist es, eine Alternative zu Gefängnissen zu bieten, die sicherere Gemeinschaften schafft, indem wir Menschen, die Schaden angerichtet haben, feministische Programme anbieten. Wir stellen uns eine Welt vor, die frei von Gefängnissen und Patriarchat als vorherrschender Kultur ist. Wir schaffen eine Welt, in der schädliches Verhalten als Symptom des Patriarchats angesehen wird, das durch unser Programm und ähnliche Programme in der Gemeinschaft verändert werden muss.
Wenn der Staat schwarze Frauen, Männer, queer folk und Kinder ständig (und zu Unrecht) wegen sogenannter „Verbrechen“ anklagt, wird das nie was bringen – es wird nie was ändern. Wir sehen hier eine generationsübergreifende Weitergabe von schwarzen Fraktionen (der neueren Generation), die sich immer wiederholen wird. Diese Fraktionen, die als Gruppe oder Clique innerhalb einer größeren Gruppe, Partei, Regierung, Organisation oder ähnlichem definiert sind und in der Regel andere Meinungen und Interessen haben als die größere Gruppe, entstehen oft aus einer Abneigung gegen episodische, wirtschaftliche Gewalt, Verarmung, staatliche Vernachlässigung, faschistische Polizeigewalt – das weiße Establishment und einer Sehnsucht – einer Verzweiflung, dazuzugehören (gemeinhin durch homosoziale Bindungen), um Kameradschaft untereinander aufzubauen. Mit anderen Worten: Unabhängig davon, wie viele Anklagen der Staat gegen Schwarze erhebt, werden die vom Staat destabilisierten Lumpenproletariat-Kollektive in unserem fortwährenden Kampf gegen die tödlichen Launen des US-Imperiums ganz natürlich aus generationsübergreifenden Fraktionen wiedergeboren werden.
Veröffentlicht im Mai 2025 auf Muntjac Magazine – Anarchism Decolonised, ins Deutsche übertragen von Bonustracks.