Genua: „Ein Volk wurde geboren und schleuderte Steine“

Erster Teil – Freitag, 1. Juli 1960

Genua, 1960. Die neofaschistische Partei MSI hat für den 2., 3. und 4. Juli ihren sechsten Parteitag in der ligurischen Hauptstadt im Teatro Margherita einberufen.

Die Wahl des Ortes ist offensichtlich bereits eine Provokation: Genua ist nicht nur mit der goldenen Medaille des Widerstands ausgezeichnet worden, sondern auch die Stadt, die 1948 zur Zeit des Attentats auf Togliatti (Vors. der PCI, d.Ü) einhellig revoltierte und mehr als zwei Tage lang in der Hand der Aufständischen blieb.

Doch dies ist nicht die einzige Provokation des MSI, der zudem die Teilnahme des ehemaligen faschistischen Präfekten Carlo Emanuele Basile am Parteitag angekündigt hat – eines faschistischen Verbrechers, der während des Krieges viele Hunderte von Regimegegnern gefoltert und nach Deutschland deportiert hatte.

Die politische Deckung für den ‘Movimento Sociale Italiano’ wird zum ersten Mal direkt von der Regierung gewährt, in der der Christdemokrat Tambroni sitzt, der auch dank der Stimmen der italienischen extremen Rechten gewählt wurde. Kurz vor dem geplanten Kongress der MSI wird Giuseppe Lutri zum Polizeichef von Genua ernannt, der während der zwanzigjährigen faschistischen Herrschaft Leiter der politischen Einheit in Turin gewesen war und ebenfalls dafür berüchtigt war, zahlreiche Partisanen verhaftet und zum Tode verurteilt zu haben.

Die Reaktionen der Genueser Linken lassen nicht lange auf sich warten: Bereits in den ersten Juni Tagen starten Vertreter der kommunistischen und sozialistischen Parteien, der Bewegungen und der Partisanenverbände eine energische Kampagne, um die Stadt dazu aufzufordern, Stellung gegen die faschistische Kundgebung zu beziehen.

Am 15. Juni findet eine erste Demonstration statt, an der mehr als zwanzigtausend Menschen teilnehmen, um gegen den Kongress zu protestieren: Im Bereich der Via San Lorenzo kommt es zu den ersten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und einer Handvoll Neofaschisten. Am 24. und 25. Juni finden, nachdem die Polizeibehörde eine von der Arbeiterassoziation einberufene Protestkundgebung verboten hatte, in der ganzen Stadt neue Demonstrationszüge statt, an denen sich auch die Hafenarbeiter beteiligen. In den letzten Juni Tagen äußern einige Vertreter des MSI ihre Besorgnis hinsichtlich der möglichen Reaktion der Stadt gegenüber Ministerpräsident Tambroni und fordern ihn faktisch auf, den Parteitag aus Gründen der öffentlichen Ordnung zu verbieten, ohne dass jedoch bekannt wird, dass die Forderung von den MSI-Anhängern stammt; Schließlich erklärt die MSI in der Presse, dass sie „mindestens hundert römische Aktivisten, ausgewählt unter denjenigen, die am ehesten zu Handgreiflichkeiten bereit sind“, nach Genua schicken werde.

Der 30. Juni ist der Tag des großen Generalstreiks, der von den linken Parteien, den Verbänden und den Gewerkschaften Genuas gemeinsam ausgerufen wurde: Am Vormittag legen Tausende von Frauen Blumen am Kriegerdenkmal nieder, während der Demonstrationszug am frühen Nachmittag von der Piazza dell’Annunziata aus startet und ohne Zwischenfälle auf der Piazza della Vittoria endet. Zehntausende Menschen sind auf die Straße gegangen, von Partisanen bis zu Vertretern der PCI, von Arbeitern bis zu Hafenarbeitern, doch die wahren Protagonisten sind Tausende junger Menschen, Zwanzigjährige, die nicht am Widerstand teilgenommen haben und die diesem Tag sowie den folgenden Tagen eine Bedeutung verleihen, die über das – wenn auch äußerst wichtige – antifaschistische Bewusstsein hinausgeht: Die „Jugendlichen mit den gestreiften T-Shirts“, wie sie genannt werden, sind Arbeiter und Studenten, die eine tiefe Verachtung gegenüber dem kapitalistischen System und der Macht entwickelt haben und die „bewiesen haben, dass, wenn Hunger und Elend aufhören, die Gründe,  sich gegen die gegenwärtige Gesellschaft, die Klassen, die sie regieren, und die Polizei, die sie verteidigt, zu stellen, nicht aufhören.“ (Montaldi)

Am Ende der Demonstration begibt sich ein beträchtlicher Teil der Demonstranten zur Piazza de Ferrari, singt Partisanenlieder und skandiert Parolen gegen die Ordnungskräfte. Die Polizisten und Carabinieri, die das Gebiet bewachen, versuchen, die Menge zu zerstreuen, zunächst mit einem Wasserwerfer, schließlich mit gewaltsamen Vorstößen: Die Auseinandersetzung ist nun unvermeidlich. Die Einsatzwagen der Bereitschaftspolizei verfolgen die Demonstranten über den gesamten Platz und sogar unter die Arkaden der angrenzenden Straßen, während die Demonstranten, die weiterhin in das Gebiet strömen, mit Steinwürfen, Stühlen, Flaschen und Holzbrettern von Baustellen reagieren. Aus den Reihen der Ordnungskräfte wird geschossen, ein junger Mann wird verletzt; einige Einsatzwagen werden in Brand gesetzt, ein Polizeibeamter wird in den Brunnen auf der Piazza de Ferrari geworfen, viele Beamte werden entwaffnet, mehr als hundert werden verletzt. Fünfzig Demonstranten werden festgenommen. Um 20 Uhr geht der Kampf weiter, bis die Bereitschaftspolizei und die Carabinieri zum Rückzug gezwungen sind und sich zur Sicherung der öffentlichen Einrichtungen zurückziehen: Vorübergehend ist die Ruhe in der Stadt wiederhergestellt.

Silvio Micheli schreibt über diesen Tag: „Als die ‚Celeri‘ (umgangssprachlich für die ital. Einsatzhundertschaften, d.Ü) sahen, dass nicht alle flohen, sondern dass es sogar einige gab, die es wagten, Widerstand zu leisten, wurden sie zu wilden Bestien. Zu den Tausend aus Genua hatten sich die Tausend aus Padua gesellt: Doch schon bald waren es fast dreitausend, bewaffnet mit Granatwerfern und Maschinenpistolen. Einige Bars, die von dem blitzschnellen Angriff überrascht worden waren, hatten ihre Rollläden nicht herunterlassen können. Tische, Stühle und Betonkübel wurden nach draußen getragen und gegen die Polizeiwagen geschleudert. Dann wurden die Eisenpfosten rund um den Platz herausgerissen, und die Ketten, die sie verbanden, begannen zu wirbeln und auf die Polizeiwagen zu schlagen. Auch die Eisenstangen der Markisen wurden zu Waffen, ebenso wie die Ziegelsteine und Bretter der im Bau befindlichen Unterführung vor dem ‘Carlo Felice’. Die Ruinen des ‘Carlo Felice‘ verwandelten sich von diesem Moment an in einen Steinbruch. Die ‘Celeri’ reagierten mit dem Werfen von Granaten und fuhren, wo immer es ging, mit den Kleinlastwagen in die Menge. Der gesamte Platz knisterte vor Granaten und Steinen. Aus einer Gasse kamen Bauarbeiter mit langen Balken, die sie sofort als Hebel einsetzten und so die Kleinlastwagen der Polizei aus der Bahn warfen. Einer kippte um und wurde in Brand gesetzt. Die ‘Celeri’, deren Kleidung in Flammen stand, wurden von den Demonstranten gerettet und im Brunnen abgelöscht. Auch der Kommandant musste mehrmals in den Brunnen auf der Piazza de Ferrari getaucht werden. Ein weiterer Kleinbus der Polizei brannte in der Nähe der Straßenlaterne vor der Redaktion des ‘Secolo’, und noch einer unter den Arkaden der Via Petrarca bei der Bar Gargiulo.“

Für den 2. Juli, zeitgleich mit dem Beginn des Parteitags, wird ein neuer Streik ausgerufen. Am 1. Juli strömen 7.000 Polizisten und Carabinieri nach Genua, mit dem Befehl, auf Demonstranten zu schießen. Tambroni erklärt, dass „der Parteitag stattfinden wird“, während in zahlreichen italienischen Städten Streiks und Demonstrationen gegen die Regierung stattfinden, die in Turin und in San Ferdinando di Puglia zu gewalttätigen Zusammenstößen führen. Die Genueser Polizeibehörde schlägt den Führungskräften der MSI vor, den Parteitag ins Teatro Ambra in Nervi zu verlegen, auch angesichts der Nähe des ursprünglich gewählten Veranstaltungsortes, des Teatro Margherita, zum Kriegerdenkmal, das weniger als fünfzig Meter entfernt liegt. Der MSI unter der Führung von Arturo Michelini lehnt die Vereinbarung ab und erklärt, dass er der Verlegung nur zustimmen werde, wenn den Antifaschisten das Demonstrieren untersagt werde.

Silvio Micheli berichtet über diesen zweiten Tag: „Im Morgengrauen des 1. Juli begannen zahlreiche Spezialistenteams unter dem Kommando von Polizeioffizieren, von der Acquasola bis zur Via Portoria breite Stacheldraht-Barrieren zu errichten. Die Stadt befand sich im Belagerungszustand. Einheiten der ‚Celeri‘ und der Carabinieri in Kampfausrüstung besetzten alle Zufahrtsstraßen zum Stadtzentrum. Unter den Arkaden der Via XX Settembre, am Eingang zur Via Portoria, stieß eine Dame, die gerade ihr Haus verließ und die Absperrungen vor sich sah, einen Schrei aus. „Meine Jungs! Meine Jungs!“. Dieser Schrei hatte die Menge erstarren lassen. Die Frau, groß, bereits älter, ganz in Schwarz gekleidet, hatte sich, noch bevor jemand herbeieilen konnte, mit ausgestreckten Armen in den Stacheldraht gestürzt. „Rettet sie! Rettet sie!!“, schrie sie weiter, während ihre Kleidung und ihr Fleisch in Fetzen gerissen wurden. Die „Celeri“, blass, waren wie versteinert. Die arme Frau wurde von dort weggebracht. Sie schien den Verstand verloren zu haben. Die Kriegsabsperrungen hatten in ihr ein Kriegstrauma wieder aufleben lassen. Sie war, wie man später sagte, eine jüdische Überlebende eines Vernichtungslagers in Deutschland.“

Die Spannung in der Stadt steigt wieder auf ein Höchstmaß.

Zweiter Teil – Samstag, 2. Juli 1960

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli lässt der Präfekt Polizeikräfte an wichtigen Knotenpunkten der Stadt aufstellen, um zu verhindern, dass sich die aus den Industrievierteln kommenden Demonstranten im Stadtzentrum versammeln.

Eine Kolonne von zwanzig landwirtschaftlichen Traktoren aus Portoria rückt auf die Aufstellungen der Ordnungskräfte zu, um die Stacheldraht-Sperren niederzureißen, die die Piazza De Ferrari umgeben; Hunderte von Molotowcocktails werden hergestellt; im Industriegebiet rund um die Stadt formieren sich erneut Partisanengruppen, die aus ganz Italien herbeigeeilt sind und bereit sind, in die Stadt vorzudringen; In einigen Stadtvierteln, wie dem Hafenviertel, der Via Madre di Dio und der Via Sant’Andrea, werden zwei Meter hohe Barrikaden aus Steinen und Holz errichtet.

Vor einigen luxuriösen Hotels, in denen die Führungskräfte des MSI untergebracht sind, kommt es erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Ordnungskräften, und in einigen Fällen gelingt es ihnen sogar, direkten Kontakt zu den Faschisten zu erlangen und diese zurückzudrängen.

Etwa 500.000 Arbeiter und Antifaschisten sind mobilisiert und bereit, auf die Straße zu gehen.

An diesem Punkt erkennt die Regierung, dass sie das Spiel verloren hat, und widerruft die Genehmigung für das MSI, den Parteitag in der ligurischen Hauptstadt abzuhalten. Der von den Gewerkschaften ausgerufene Streik wird aufgehoben. Das antifaschistische Genua hat gesiegt.

Silvio Micheli fährt fort: „Um den Absperrungen auszuweichen, machte ich mich auf den Weg zur Porta Soprana, während an einem abgelegenen Glockenturm Mitternacht schlug. Doch wo ich nicht auf ‚Celeri‘ oder Carabinieri stieß, traf ich auf Gruppen von Jugendlichen und Männern mit hartem Blick. Alle Fenster dieses Arbeiterviertels waren beleuchtet, und die Türen standen einen Spalt offen. Der Hubschrauber schwirrte wieder wie gestern über der Stadt. In der Ferne brach ein dumpfer Lärm los. ‚Was ist los?‘, fragte ich. ‚Anscheinend haben sie die Faschisten in den Hotels angegriffen‘, antworteten sie mir. ‚Sie ziehen umher und singen die „Giovinezza“. Die ‚Celeri‘ lassen sie singen, aber wir nicht.‘ Die Via Balbi war von der CCDL völlig überfüllt. Dort erfuhr ich von den Zusammenstößen zwischen Faschisten und Antifaschisten vor den luxuriösen Hotels. Durch die „Celeri“, die sie beschützten, ermutigt, ließen sich die Faschisten zu unüberlegten Handlungen und Provokationen hinreißen. So wie vor dem ‘Columbia’, wo sie, trotz vergeblicher Verteidigung, von den Jugendlichen in gestreiften T-Shirts verprügelt und zurückgedrängt worden waren. Die beiden Orte lagen nicht weit voneinander entfernt. Die Arbeiter strömten aus allen Stadtvierteln in die Via Balbi. Einige Führungskräfte, die versuchten, sie zum Nachhausegehen zu überreden, wurden ausgepfiffen. Niemand konnte es mehr zu Hause aushalten. Die Spannung stieg. […] Ein Schrei ließ uns aufschrecken. Dann ein Jubelschrei. Es war Punkt Viertel nach Zwölf. In diesem Moment hatte der Präfekt von Genua den Sekretär der CCDL angerufen, um ihm persönlich mitzuteilen, dass der Kongress des MSI nicht stattfinden würde.“

Die Bilanz der Repressionen, die die Tage von Genua nach sich ziehen werden, ist schwerwiegend: Insgesamt werden 98 Personen festgenommen, von denen 23 am 19. August noch in Haft sein werden, wenn der Prozess stattfindet, der mit harten Strafen von drei bis vier Jahren Haft endet.

Am 3. Juli findet in Genua eine weitere große Kundgebung statt, um den Sieg der antifaschistischen Bewegung zu feiern. Dabei erklärt der Richter Peretti Griva: „Die festgenommenen Jugendlichen haben in Notwehr und aus Notlage gegen die Übergriffe der Gegner gehandelt. Wehe, hätte das Volk nicht aufbegehrt – dann hätten dem Land neue und noch tragischere Stunden bevorgestanden. Ich hoffe, dass die Justiz die Realität richtig einschätzen kann.“

In einem letzten Versuch, seine Autorität wiederherzustellen, die durch den Sieg der Genueser Straße erschüttert und massiv in Frage gestellt worden war, befahl Tambroni den Ordnungskräften in den folgenden Tagen, in „besonderen Notfällen“ während der Streiks und antifaschistischen Demonstrationen, die in ganz Italien organisiert wurden, zu schießen – viele davon endeten daraufhin blutig.

Am 5. Juli tötete die Polizei in Licata auf Sizilien einen Demonstranten und verletzte weitere vierundzwanzig; am 6. griffen berittene Polizisten eine Gruppe von Abgesandten an, die am Fuße einer Gedenktafel Blumenkränze niederlegten; am 7. Juli töteten die Ordnungskräfte in Reggio Emilia fünf streikende Arbeiter; am 8. Juli wurden auf Sizilien drei weitere Streikende getötet.

Am 19. Juli wird Tambroni, von seiner eigenen Partei fallen gelassen, zum Rücktritt gezwungen sein: Der Aufstand in Genua hatte gezeigt, dass jeder Versuch eines autoritären Kurswechsels mit einer entschlossenen Reaktion der Bevölkerung rechnen musste.

Dies ist das Zeugnis, das W., einer der Protagonisten des Aufstands in Genua, gegenüber Emilio Quadrelli abgegeben hat:

“Bedenke, dass in Genua das Verhältnis zwischen den Partisanengruppen und der Partei schon immer ein schwieriges war und dass die Partei all jene Partisanen-Tradition, die keine öffentliche Stimme hatte – die nicht die Stimme der Partei war –, zwar tolerierte, aber gleichzeitig zu marginalisieren versuchte; doch zumindest an einigen Orten – das Tal Val Bisagno war einer davon – war diese Tradition sehr präsent; ich würde sagen, sie war die tatsächliche Präsenz der Partei in der Region. Wenn man also auf den Juli 1960 zurückblickt, kann man sagen, dass wir, die weniger politisierten Jugendlichen, einer Situation, die nur darauf gewartet hatte, neuen Schwung verliehen haben. Wenn man sich nämlich genau ansieht, wie sich die Dinge entwickelt haben, haben die Jugendlichen zwar den Anstoß gegeben, aber die Organisation der Straßenkämpfe, die Kontrolle über die Stadt, die Bewaffnung usw. war vorwiegend das Werk der Älteren. Über diese Ereignisse gab es dann unzählige Spekulationen. Die Partei, die in Wirklichkeit nichts anderes tun konnte, als der Initiative hinterherzulaufen, stellte diese Ereignisse als Ausdruck eines festen demokratischen Bewusstseins dar, beanspruchte gewissermaßen die Vorherrschaft darüber für sich und versuchte, diejenigen als Randalierer und Kriminelle abzustempeln, die tatsächlich den ersten großen Ruck ausgelöst hatten, indem sie den Platz besetzten und den Angriffen der Bereitschaftspolizei standhielten und zurückschlugen. Das war die Strategie der Partei.

Auf der anderen Seite gab es eine – sagen wir mal – linke, extremistische Bewegung, die genau das Gegenteil vertrat: Diese Leute sahen in diesen Vorfällen einen inneren Bruch innerhalb der Klassenzusammensetzung und fingen an, von einem neuen politischen Akteur zu sprechen. Meiner Meinung nach, da ich dabei war, ist das beides Blödsinn…”

Quadrelli “Hör mal, ist das, was einige Zeitungen der Mitte und der Rechten geschrieben haben – nämlich, dass es in Genua einen Aufstand gegeben habe, der von Teddy Boys angeführt wurde –, also eine Halbwahrheit?” 

“Genau, das ist es, was ich dir gesagt habe: Wie unter den Jugendlichen Vorbilder aufgegriffen und oft neu erfunden wurden, die man im Kino oder in irgendeiner Zeitung gesehen hatte. Die Teddy Boys waren eines davon. Auch wenn es seltsam erscheinen mag: Zwischen Teddy Boys und Partisanen gab es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede; viele haben versucht, sie getrennt zu halten, aber für uns, die wir dabei waren, war das nicht so. Wenn überhaupt, dann lag das Problem bei den Parteifunktionären, bei denen, die die Parteilinie befolgten und durchsetzten. Mit denen gab es tatsächlich Ärger. Aber nur mit ihnen, nicht mit den Partisanen oder den Leuten aus dem Viertel. An den Ereignissen im Juli auf der Piazzale Adriatico haben alle teilgenommen, direkt oder indirekt: Junge, Alte, Frauen und Kinder – das ist die Wahrheit.”

Dieser Text erschien in zwei Teilen Anfang Juli 2026 auf Info Aut. Part 1 Part 2 . Die Übersetzung erfolgte durch Bonustracks.

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